Zeit- und arbeitsintensiv ist die Herstellung des Arganöls. Im Folgendem sind die einzelnen Arbeitsschritte detailliert erläutert.

Die Ernte der Früchte

Die Erntezeit findet in den Monaten Juli bis September statt. Aufgrund der Vielzahl an Dornen ist eine Ernte per Hand – wie beispielsweise bei Äpfeln – unmöglich. Ebenfalls können sogenannte „Rüttelmaschinen“ nicht eingesetzt werden, da dies zur Folge hätte, dass trockene Äste, als auch die vorhandenen Blüten der Arganbäume ebenfalls mit abfallen würden.

Also abwarten und Tee trinken…

So bleibt den Berbern nur zu warten bis die reifen Früchte auf den Boden fallen, um diese dann aufzusammeln und auf den Dächern der Lehmhütten an der frischen Luft zu trocknen und zu lagern.

Ein großer Vorteil dieser Methode ist es, dass so Arganfrüchte über einen langen Zeitraum hinweg eingelagert werden können und jederzeit bei Bedarf zur Herstellung von Arganöl zur Verfügung stehen.

Arganfrüchte in 2 unterschiedlichen Stadien der offenen Lagerung

Arganfrüchte in 2 unterschiedlichen Stadien der offenen Lagerung

Die 2 verschiedenen Methoden zur Herstellung

Für unser Arganöl werden 2 verschiedene Methoden der Herstellung genutzt die wir im Folgenden Ihnen näher erklären möchten.

1. Die traditionelle Handpressung

Die traditionelle Handpressung wird hauptsächlich von Frauen durchgeführt.

Im ersten Schritt wird das Fruchtfleisch – dem Perikarp, welches im Übrigen für den Menschen ungenießbar ist – von der hellbraunen Argannuss in mühevoller Handarbeit entfernt. Das Fruchtfleisch wird eingelagert und später wenn die Trockenzeit anbricht, als Tierfutter weiterverwendet.

Danach werden die enthaltenen Kerne (auch Mandeln genannt) mit Steinschlägen von der harten Schale befreit. Diese werden dann zuerst getrocknet und anschließend je nach Art der „Zubereitung“ noch geröstet.

Röstung von Argankernen
Traditionelle Röstung der Argankerne

Per Steinmühle gemahlen

Im vorletzten Schritt werden dann die Mandeln per Hand mit einer Steinmühle gemahlen. Dem daraus entstehenden Brei wird lauwarmes Wasser hinzugefügt, welches beim ständigen Kneten dafür sorgt, dass sich das kostbare Öl aus der Masse herauslöst. Dieses wird dann ungefiltert in Gefäße dekantiert.

Zum Schluss bleibt nur brauner Presskuchen übrig, welcher ebenfalls wie das abgetrennte Fruchtfleisch als Tierfutter verwendet wird.

Dieser Prozess aus purer Handarbeit dauert insgesamt 8 Stunden – für grade mal 1 Liter Arganöl.

Zum Schluss dekantieren und filtern

Frisch abgefüllt in Dekantiergefäße hat das Arganöl durch die Pressrückstände eine trübe Färbung. Diese legt sich aber nach ca. 14 Tagen, nachdem sich alle festen Bestandteile und Schwebstoffe am Boden abgesetzt haben. Ist dies erfolgt, wird das frische Öl vorsichtig in weitere Gefäße abgegossen.

Für eine noch größere Reinheit und somit Qualität sorgt das anschließende Filtern, je nach Reinheitsgrad findet dieser Prozess zwei- bis dreimal statt.

Voilà: Fertig ist unser hochwertiges Arganöl!

2. Die semi-industrielle Arganölherstellung

Bei der semi-industriellen Herstellung findet kaum noch Handarbeit statt. Die Mandeln werden mit einer hydraulischen oder auch elektrischen Ölpresse bearbeitet. In diesem Prozess entfällt die Wasserzugabe ganz. Die wirtschaftlichere Methode: der Ertrag ist ca. 13 % höher als zur alternativen Methode.

Keine Auswirkung auf die Qualität

Dabei ist die Qualität des Öls in keiner Weise geringer als zur herkömmlichen Handpressung, treffen hier (negative) Unterschiede auf, so sind diese auf falsche Bedienung der Presse und / oder zu hohen Presstemperaturen zurückzuführen.

Dies besagt auch eine 56 seitige Studie mit dem Titel „ETUDE DE QUALITÉ DES HUILES D´ARGANE AU MAROC“ aus dem Jahr 2007, welche zum Teil von der EU mitfinanziert wurde. Hier geht es zur Studie (PDF)

Deutsche Übersetzung:
„Die Untersuchten Produktionskriterien (Verfahren, Rösten, Region) haben keine bedeutende Auswirkung auf die Qualität der Arganöle“
Originaler Wortlaut:
„Les critères de production étudiés (Procédé, Torréfaction, Région) n`ont pas d´effet significatif sur la qualité des huiles d´Argane.”

Unsere angebotenen Sorten

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Arganöl geröstet

Bei unserem gerösteten Arganöl wurden zuvor die Argankerne auf traditionelle Art und Weise vorsichtig über einem Holzfeuer geröstet. Dies bewirkt, dass das Öl später ein kräftiges, nussiges Aroma enthält:

zum gerösteten Arganöl (kaltgepresst)

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Arganöl ungeröstet

Beim ungerösteten Arganöl findet wiederum keine Röstung der Kerne statt, somit bleibt das später gewonnene Arganöl weitestgehend geschmacksneutral und frei von Röstaromen:

zum ungerösteten Arganöl (nativ & kaltgepresst)

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Kosmetisches Arganöl

Unser kosmetisches Hautöl wird aus ungerösteten Kernen mit dem semi-industriellen Verfahren in Deutschland hergestellt.:

zum Kosmetiköl für Haut & Haare

Jährlich wird nur rund 11 Millionen Liter Arganöl produziert. Eine nahezu lächerlich kleine Summe im Vergleich zum bekannten Olivenöl, wovon rund 2,3 Milliarden (!) Liter hergestellt werden!